Berufscoach für Schüler, Abiturienten und Studenten

Neugestaltung im Leben

Neugestaltung im Leben: Aufbau nützlicher Gedankenmuster

Für die Neugestaltung im Leben ist oft neues Verhalten für die selbst gewählten Anforderungen erforderlich. Beim Übergang in den Lebensabschnitt nach der Schulzeit gibt es ein paar häufig zu beobachtende Muster, die wenig förderlich für die weitere Entwicklung sind. Eine Erleichterung der persönlichen Entwicklung lässt sich durch den Aufbau nützlicher gedanklicher Muster oder Glaubensätze erreichen, um sich auf die Entfaltung seines Potenzials fokussieren zu können.

1. Persönliche Einstellungen

Bei der Neugestaltung im Leben entsteht oft durch individuelle mentalen Prozesse eine Störung.

keine Zeit haben

Das Empfinden, keine Zeit zu haben führt häufig dazu, alles viel zu schnell zu machen. Muße und Pausen als Ausgleich sind zur eigenen Entwicklung wichtig. Das Muster „ich habe keine Zeit“ verstärkt das Gefühl, keine Zeit zu haben. Schnelligkeit führt häufig zu Rastlosigkeit. Die selbst erzeugte Geschwindigkeit kann ich wieder ändern. Es ist genügend Zeit da, also nehme ich mir Zeit für das Wichtigste, für mich selbst.

Ich entscheide mich für Langsamkeit, bei Unruhe z.B. unterstützt durch Pausen oder Atmen. Mut zur Langsamkeit verlangsamt das Erleben oder macht Verständnisprozesse häufig erst möglich. Gefühl von Zeitmangel beruht auf Angst. Zeiterleben hängt davon ab, wie ich in der Zeit lebe, indem ich Dinge bewusst tue, achtsam und wach bin, bei dem, was ich tue, und gerade bei Neuen dann mehr aufnehmen und verstehen kann. Stress-Eile mit bewusster Langsamkeit entgegensteuern.

das Leben ist anstrengend und schwer

Der Glaube, dass alles anstrengend und schwer sein muss, entspricht den Vorstellungen anderer, ggfs. auch deren Ängsten, um zur Leistung zu ‚motivieren‘. „Streng Dich an!“, „Sei fleißig!“ entsteht durch die Anschauung, wer sich nicht anstrengt, wird es zu nichts bringen, wer sich mehr anstrengt, hat mehr Erfolg. Dann beherrschen Probleme, Anstrengung und Mühsal die Grundstimmung und stoßen bei sich nach Aufmerksamkeit und Liebe sehnenden Kindern auf fruchtbaren Boden.

In der Natur herrscht Leichtigkeit: das Wasser im Fluss will leicht fließen, sucht den Weg des geringsten Widerstandes. Mutig und entschlossen die Einstellung, ein neues Lebensgefühl, kreieren, dass es spielerisch geht, sich der Leichtigkeit öffnen und sich vom kollektiven Schwere-Wahn befreien. So entsteht eine neue Vorstellung vom Leben, welche sich radikal in Richtung Leichtigkeit verändern kann: leicht, spielerisch, fröhlich, das Lebensprinzip annehmen: das ist ohne Ergebnisverschlechterung möglich.

sich Sorgen machen

Sorgen vergiften Gedanken. Innerlich wachsam sein, um herauszufinden, in welchen Situationen ich das mache oder mich anstecken lasse, anstatt an ein positives Ende zu denken. Sorgen basieren auf Misstrauen oder Angst, lehnen das Leben ab anstatt dem Leben zu vertrauen. Anderes Denkgewohnheiten können Sorgen, Zweifel oder Ängste ausräumen. Den Kräften des Lebens zu vertrauen, bedeutet, gut geführt zu werden und die Sicherheit des „ich habe alles in mir zur Verfügung“ zu fühlen. Vertrauen als Gewohnheit macht gesund, stark und glücklich. Sorgen im Sinne, sich um den eigenen Körper, Entspannung oder Vorbereitung für Prüfungen zu kümmern, ist jedoch ein Signal, das zur aktiven Gestaltung oder passenden Änderungen auffordert.

elimieren, was stört

Alles, was stört, ärgert und unangenehm ist, wollen wir aus unserer Welt eliminieren. Bei unangenehmen Gefühlen lenken wir uns ab, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit beseitigen wir mit Tabletten anstatt Ursachen zu erkennen und Lösungen zu finden. Angst, Wut, Ärger, Schuld müssen weg. Mit einer Weg-Mach-Strategie erschaffe ich selbst ein unglückliches, schweres Leben.

Die Aufteilung in Gut oder Böse, richtig oder falsch, normal oder unnormal ist eine Entscheidung für nur einen Teil der Wirklichkeit, den anderen lehnen wir ab. „Sowohl-als auch“ spiegelt eher die Wirklichkeit wieder als ein „Entweder-oder“. Ich bin ordentlich, aber auch unordentlich. Sich Unordentlichkeit zu zugestehen, nicht abzulehnen, ebnet der Ordnung den Weg. Das ist paradox, aber so funktioniert das Leben.

Ich darf auch Angst haben, sich dieser Angst bewusst sein und sie aushalten können, also diese Angst annehmen und durch Annahme auf dem eigenen Weg überwinden, ermöglicht einen erfolgreichen Weg. Der Weg in Unbekanntes kann Angst hervorrufen. Ängste lassen oder zulassen und mit Selbstvertrauen an alles Neue herangehen, bedeutet das Leben annehmen. Ich darf Stark-Sein als auch Schwach-Sein, Schwach-Sein abzulehnen bedeutet mit dem Leben in Konflikt zu geraten, beides zu akzeptieren gehört zur wirkungsvollen Gestaltung des eigenen Lebens dazu.

sich ärgern und wütend sein

Ärger ist eine Angewohnheit, die nicht andere, sondern mich selbst betrifft. Ich schade mir, wenn ich die Situation nicht akzeptiere, meine Aufmerksamkeit nicht auf Lösungen, die Bewältigung der Situation oder eine angemessene Reaktion konzentriere. Ich gehe von meinem Innerem weg, ggfs. lenke ich von Leere, Langeweile, empfundener Sinnlosigkeit, Einsamkeit, Ohnmacht oder Hilfslosigkeit ab. Diese Empfindungen gehören zum Leben dazu, gerade in schwierigen Situationen machen sie sich besonders bemerkbar. Es ist wichtig, sich immer seiner eigenen Situation bewusst sein. Innehalten, tief durchatmen und selbst bestimmen, wie ich innerlich auf etwas reagiere. Ein geeignetes Mittel ist sofort ins Neue oder eine neue Situation zu springen (d.h. sofort loslassen und sofort vergessen).

Ärger oder Wut ansammeln bedeutet, nicht mit sich im Einklang zu sein. Also achtsam schauen, wann oder worüber ich mich ärgere und wie ich damit umgehe. Sich seiner Situation bewusst zu werden führt dazu sie nicht in die Reaktion einfließen zu lassen.

sich nicht auf Negatives konzentrieren

Der Blickwinkel zu sich selbst, anderen oder die Umwelt, beeinflusst die Fähigkeit, angemessen reagieren zu können. Auf das Gute schauen, Aspekte der eigenen Zufriedenheit erkennen, Möglichkeiten oder Chancen sehen, Optimismus haben und Anerkennung bemerken schafft eine gelassene oder ausgeglichene Stimmung, nicht das, worüber wir uns ärgern oder Sorgen machen. Also sich selber aufrichten, ermutigen, stärker und sicherer machen, immer auf der Suche nach Schönem, Positivem, Wunderbarem und den Stärken sein.

„Fehler“ sind positive Hinweise, sollten nicht dazu führen, sich schuldig zu fühlen. Es sind Erfahrungen, auf denen ich aufbauen kann. Schwierige Wege akzeptieren, auf denen Fehler passieren können, bei denen es anfangs nicht optimal läuft. Es entsteht eine neue Betrachtung unseres Lebens, d.h. sich selbst, das Leben und Andere anders sehen. Andere Menschen mehr anerkennen, erfassen, verstehen; wenn etwas berührt oder triggert, sich um alte Wunden kümmern. „Du darfst genauso sein, wie Du bist/ich darf so sein, wie ich bin“

perfekt sein zu wollen

Niemand muss vollkommen sein, jeder kann Fehler machen, es kann auch etwas misslingen. Fehler und Misserfolge führen zu Ziel und Erfolg. Nur, immer das Beste geben. Jeder kann nur so perfekt sein, wie es gerade geht: aus Begrenzung kann ich Ausdehnung machen, aus Unklarheit Klarheit, aus Unbewusstheit Bewusstheit. Ich darf mir das ‚so-Sein-wie-ich-bin‘ erlauben.

seine Gefühle verstecken oder verdrängen

Die Begegnung zweier Menschen ist häufig ein Aufeinandertreffen von Meinungen und Überzeugungen. Es wird ab-, eingeschätzt, gemustert, ge- und verurteilt anstatt Gefühle wahrzunehmen und z.B. zu sagen „Sie haben eine freundliche Ausstrahlung, da fühle ich mich gleich wohl“. Normal sind eher Forderungen, Wünsche und Erwartungen, eher das Verdrängen von Gefühlen anstatt zuhören und mitfühlen. Das Fühlen schöner Gefühle wie Freude, Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit und Annahme be- und verhindert Angst und Ärger. Die Annahme unterdrückter Gefühle durch ihre Akzeptanz lassen sie ins Fließen kommen und verflüchtigen sich. Um sich dafür zu öffnen, sich seine Ablenkungsmechanismen anschauen, innehalten, seine Gefühle wahrnehmen und deren körperliche Empfindung verändern.

seinen Körper missbrauchen und krankmachen

Das Wissen um seine eigenen Funktionsabläufe, das, was der Körper braucht, bedeutet Macht über seinen Körper zu bekommen. Gedanken und Gefühle bestimmen den körperlichen Zustand. Veränderungen der körperlichen Signale wahrnehmen und auf Gedanken, Gefühle und Einstellungen zum Leben zurückführen. Sich neues Denken, Fühlen und Verhalten bewusstmachen und nach dem ausrichten, was dem Körper guttut und er braucht.

an der Vergangenheit hängen und festhalten

Gedanken und Gefühle aus der Vergangenheit belasten die Gegenwart. Um das Leben frei zu gestalten, wie ich es will, muss ich die Vergangenheit loslassen: „ohne deine Vergangenheit bist du sofort frei“. Die Vergangenheit loslassen, nicht mit Ablehnung (schwer, unangenehm, unerträglich), sondern durch Annahme, Würdigung und Anerkennung und die damit verbundenen Gefühle akzeptieren.

2. Einstellungen im sozialen Kontext

Andere gedankliche Muster entstehen im sozialen Zusammenspiel.

Opfer spielen

„Wenn das nicht gewesen wäre, dann ginge es mir besser“, ein typischer Satz, um anderen die Schuld an meiner eigenen Unzufriedenheit zu zuschreiben. Ich suche nicht nach Lösungen, ich bewege mich innerlich oder äußerlich nicht und ich habe eine Ausrede dafür, am eigenen Zustand nichts zu ändern. Ich gebe meine Macht ab und erlebe Ohnmacht, anstatt meinen Weg selbst in die Hand zu nehmen. Andere so zu bewerten heißt sich selbst zum Opfer zu machen, weil ich das, was ist, ablehne, d.h. ich kreiere einen Täter und werte mich selbst durch mein Denken ab. Ich schränke meine Lebensqualität durch die Herstellung von Druck, Ärger, Spannung, Hilflosigkeit oder negativen Emotionen ein.

mich selbst und andere verurteilen

‚Ver‘urteilen hat krankmachende Folgen. Es ist ein Selbst’ver‘urteilen, es erschafft und verlängert die eigene Unzufriedenheit. Akzeptieren, was ist, auch Unfreundlichkeit oder Provokation, ist ein leichterer Umgang mit dem Anlass. Insofern ist es sinnvoll, seine Gedanken bewusst zu denken, wen oder was ich in Gedanken verurteile oder bewerte: schlecht, unfreundlich, rücksichtslos, ärgern mich, machen mir das Leben schwer. Es ist o.k., es so einzuordnen, nicht es zu ‚ver‘urteilen. Ich mache es so, wer es anders machen möchte, mache es so. Einfach annehmen, was und wie es ist, und nach Wegen suchen, damit am besten umzugehen.

Häufig ‚ver‘urteilen wir andere bei dem, was wir für unser Leben ausgrenzen wollen, was wir meinen, nicht sein zu wollen oder zu sein: z.B. rücksichtslos, egoistisch, unordentlich, arrogant, aggressiv. Ich lehne das ab, ich bin es aber auch! ‚Ver‘urteilung ist eine begrenzte Wahrnehmung meiner Person, anderer und des Lebens. ‚Ver‘urteilung annehmen und in erweiterte Zusammenhänge einbinden oder normale Lebenssituationen zurückstufen.

sich Liebe, Lob und Anerkennung verdienen

Lob, Anerkennung oder Bestätigung zu erhalten, empfindet jeder als angenehm und tut auch gut. Sich danach zu sehnen, führt zur Abhängigkeit, eine innere Leere füllen zu wollen, kann das eigene Ausfüllen der Leere nicht ersetzen. Glückliche Menschen können bewusst genießen, sie brauchen die Anerkennung oder Bestätigung nicht.

Sich Anerkennung oder Bestätigung durch Arbeit oder Leistung verdienen zu wollen, kann bedeuten, sich selbst verbiegen und gegen eigene Wichtigkeit verstoßen zu müssen, wenn es über eine oberflächliche Anpassung hinausgeht. Anerkennung oder Liebe kann ich nur in mir selbst finden anstatt sie mir selbst zu entziehen oder vorzuenthalten: „Ich bin o.k.“, geistig zu anderen eine innere Distanz herstellen. Ich bin liebenswert und kann mir alle Liebe schenken mit Anerkennung, Wertschätzung, Dank und Würdigung, so verstärke ich den Weg der Selbstliebe: die Welt kann mich nicht mehr lieben als ich mich selbst liebe. Nur Aufrichtigkeit zu sich selbst ist unerlässlich.

Sehnsucht nach Dankbarkeit und Anerkennung einer Opferleistung

„So wie ich bin, bin ich in Ordnung“. Niemand muss sich Liebe verdienen, nach der Devise von Eltern: „mach dich nützlich“, „sei fleißig“ oder „zeige, dass du zu etwas zu gebrauchen bist“. Jeder sollte gut über sich denken und sich selbst annehmen können. Jeder möchte wahrgenommen und gewürdigt werden, verstanden und angenommen werden, Lächeln und Ermutigung erhalten, Trost und Mitgefühl bekommen: „Sie wie du bist, so ist es in Ordnung“

sich mit anderen vergleichen und konkurrieren

Konkurrenz soll Anstrengung und Leistung hervorrufen, also Lob und Anerkennung suggerierend ankündigen bzw. bei gegenteiligem Verhalten weniger Zuwendung erwarten lassen; d.h. sei normal und bringe es zu etwas.

Mit Vergleichen und Konkurrieren mache ich mich unglücklich. Kontakt, Kommunikation und die Freude gemeinsamer spielerischer Neugier schaffen positive Gefühle. Das bedeutet nicht Konkurrenz in der Welt zu leugnen und sich ihr nicht zu stellen, nur sich nicht die negativen Folgen anzueignen wie Neid, Missgunst oder sich von Erwartungen anderer abhängig machen. Seine eigenen Möglichkeiten aus Selbstliebe erweitern, um seiner selbst willen das Beste geben zu wollen ändert nur die Perspektive und das Motiv, etwas für sich erreichen zu wollen.

sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen

Sich bewusst zu sein, was unsere Angelegenheiten sind und was nicht, ist wichtig. Spekulationen über die Bedeutung des Verhaltens anderer beenden, die eigenen unwahren, unbewussten Gedanken darüber auflösen und sich aus Leidenszuständen befreien hilft. Auf sich schauen, was es bewirkt, also innerlich bei sich sein und bleiben, und sich um sein inneres und äußeres Wohlergehen kümmern: „kümmere dich um das Wesentliche – um dich selbst“, nicht gedanklich in Angelegenheiten anderer sein.

seine Zukunft gedanklich positiv gestalten

Es gilt also sich von allen störenden Einflüssen freizumachen, um offen mit jeder Situation gut umgehen zu können, sie so anzunehmen, wie sie ist, und nach einer geeigneten Lösung im sozialen Umgang und für das Problem zu suchen. Dazu zählt ein befreites mindset, konstruktiv mit sich selbst und anderen umgehen zu können. Jede Situation, in der das nicht gelingt, bietet die Möglichkeit sich zu fragen, was in einem selbst noch nach einer veränderten Einstellung ruft. Dann klappt es mit der Neugestaltung im Leben.

KarriereBoarding

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